Machen Teilnehmerverzeichnisse - Gelbe Seiten, Das Telefonbuch, Das Örtliche - wirklich noch Sinn?
Machen Teilnehmerverzeichnisse- Gelbe Seiten, Das Telefonbuch, Das Örtliche -wirklich noch Sinn?  

Der "kleine" Unterschied:  Bekanntheit – Nutzer – Nutzungen

Fragen Sie sich einmal selbst, nutzen Sie wirklich die Verzeichnismedien als Buch noch?

 

Suchen Sie wirklich umständlich über einen Ort erstmal nach einer treffenden Rubrik oder Branche, da ihr Stichwort nicht enthalten ist, danach mittels (manchmal schleierhafter) Sortierung nach dem Eintrag (evtl. mit Lupe, da die Schriftgröße oder Seitenqualität dies erfordert), und dann evtl. noch nach der Vorwahl, um endlich die Verbindungsnummer ins Smartphone einzugeben?

Und im Hintergrund schwirrt die Frage, wie aktuell und vollständig ist diese Sammlung von Kontakten!

 

Als ausschlaggebende Indikator für die Daseinsberechtigung der Printverzeichnisse dient die Nutzung.

 

Hier bestehen seit Jahren unterschiedliche Auffassungen zwischen Verlagen, mit derer Interpretation seiner in Auftrag gegebenen Gfk-Studien, und der wirklichen Welt.

 

Seit Jahren tauchen immer wieder Artikel im Internet zur Nutzung der Bücher in contra zu der von den Verlagen ausgewiesenen Häufigkeit auf.

Auch werden neuerdings fast ausschließlich statistische Aussagen über die Gesamtheit der Nutzung der Telekommunikationsverzeichnisse ohne Nennung des Anteils der wirklichen Nutzung des Prints dargelegt.

 

Jeder kennt dies, vor einem Supermarkt, einer Tankstelle oder an einer anderen frequentierten Stelle (bei mir war es Netto) stehen auf einmal Paletten für Das Örtliche, Das Telefonbuch oder Gelbe Seiten.

Ich beobachtete, dass in den ersten drei Tagen ca. 10 der schweren mit Plastik umhüllten Bündel (Zwang, beide Ausgaben GS + TB mitzunehmen) fehlten. Die Tage und Wochen vergingen, aber einen auffälligen Rückgang des Stapels konnte ich kaum bemerken.

Aber dann, nach einigen Wochen war der gesamte Stapel plötzlich weg. Was war der Grund?

 Sind die Heerscharen von Printnutzern gerade an ein und demselben Tag vorbeigekommen?

Bis vor einigen Jahren wurden neben Verteilstellen Bücher auch an Haushalte geliefert.

Damit war eine große Verbreitung gewährleistet und rechtfertigte manchen Inserats-Preis.

Mit Erscheinen der neuen Ausgabe nach einem Jahr konnte man die alten Bücher in Postfilialen abgeben.

Schon hier musste man oft feststellen, dass Bücher verteilt oder abgeholt, aber kaum genutzt wurden.

Indiz dafür war der Zustand der Bücher im Müll (u.a. auch die unberührte CD-ROM) – neuwertig!

 

Meine Gedanken: „Wenn dies die Inserats-Kunden wüssten, stände hier eine Rückerstattung im Raum?“.

 

IVW weist Auflagengrößen nach, aber nicht die Anzahl der Exemplare, die wirklich benutzt und notwendiger Weise produziert hätte werden brauchen. Aber diese Größe bleibt ein Geheimnis.

 

Quelle 12.01.2020 (https://www.heise-gruppe.de/artikel/Gelbe-Seiten-3808748.html)

"… Ob als Buch, im Web oder als App: Gelbe Seiten liefert deutschlandweite Informationen von Gewerbetreibenden, freiberuflich Tätigen und Institutionen.

95,2 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 16 Jahren kennen die Produkte von Gelbe Seiten. 32,6 Millionen Menschen nutzen gedruckte Produkte von Gelbe Seiten, das Online-Verzeichnis oder die App. Von ihnen nehmen 57 Prozent nach einer Suche Kontakt mit einem oder mehreren Anbietern auf. Für 84 Prozent der Nutzer sind Gelbe Seiten eine wichtige Informationsquelle in der Region. (Quellen: GfK Nutzeranalyse Verzeichnismedien 2016). …“

Beachte: GfK-Studie von 2016!

Die Aussagen an sich sind wahrscheinlich nicht falsch, aber nach meiner persönlichen Auffassung suggeriert diese eine reichweitenstarke Nutzung des Printverzeichnisses.

 

."..95,2 Prozent … kennen die Produkte …"

Was ist "kennen"?

Kennen der Marke oder im Radio einmal gehört oder die wirklichen Produkte mit seinen Inhalten, seinen Strukturen, Funktionen und Suchlogiken als Ergebnis der Benutzung?

Ich „kenne“ vieles, was ich selber nie benutze.

 

"... 32,6 Millionen Menschen nutzen gedruckte Produkte von Gelbe Seiten, das Online-Verzeichnis oder die App. …“

Es werden immer Zahlen für die Gesamtheit der Produkte (Print, Web, App) bemüht.

Zieht man die publizierten erfreulich hohen Nutzungszahlen der zwei Kanäle Web (online) und App von der Gesamtnutzung ab, was würde für Print übrig bleiben?

Und wieder die Frage, wo findet man Aussagen über die reale Nutzung des Buches?

 

Quelle 12.01.2020 (https://vdav.de/presseinformationen)

"… Über Das Örtliche
… Inhalte von Das Örtliche den Nutzern als Buch, online und mobil über www.dasoertliche.de sowie u.a. als Apps für Smartphones und Tablets zur Verfügung stehen ...

Im Jahr 2018 verzeichneten die Produkte von Das Örtliche medienübergreifend ca. 1,2 Mrd. Nutzungen*.


*Quelle: GfK-Studie zur Nutzung der Verzeichnismedien 2018; repräsentative Befragung von 16.601 Personen ab 16 Jahren, Oktober 2018
[PM Das Örtliche Service- und Marketing GmbH, 14.11.2019] …“

 

Schade, ein Link zur vollständige GfK-Studie fehlt!

 

Angesichts der in anderen Studien genannten Anzahl von Nutzern (Siehe oben 32,6 Mio Menschen) erscheint mir eine Auswahl von 16.601 (ca. 0,05 %) schwach repräsentativ! Zwar ist dies lt. Experten für Studien / Meinungsumfrage eine ausreichende Größe der Stichprobe, aber viel wichtiger sind die Auswahlkriterien der Stichproben.

Diese sind nicht nachvollziehbar – darum wäre mehr Transparent zu solchen Studien wünschenswert.

 

Alle drei Verzeichnisse sprechen in letzter Zeit von einer hohen Zahl von medienübergreifenden Nutzungen.

 

Was sind „Nutzungen“ und welcher Anteil entfällt auf das Buch?

Gesamtzahl der Nutzungen abzüglich der Nutzungen Online (Web), App und Tablets = Printnutzungen?

 

Würde man unter Nutzungen nicht nur reine (online) Portalabfragen und deren Suchergebnisse, Detailansichten sondern auch Funktionen für Routing, Anrufe etc. und die Kontakte von / zu Suchmaschinen wie Google und die nicht zu unterschätzende Anzahl der Nutzungen im Zusammenhang der Insertionen (Vorbereitung des Vertriebs, Überprüfung durch den Inserenten) verstehen, was bliebe dann für das Buch?

 

Aus meiner Sicht wäre hier auch mehr Transparenz angebracht.

 

Apropos,

wie werden Onlinenutzungen / Abrufstatistiken innerhalb der Verlegergemeinschaft für Kunden

und öffentliche Publikationen erhoben?

Durch „Wipe Analytics“ der Firma TENSQUARE GmbH

.... Die Heise Gruppe GmbH & Co. KG ist seit Anfang 2002 mit 51 Prozent an der TENSQUARE GmbH beteiligt und

     Herausgeber von Verzeichnismedien u.a. Das Telefonbuch, Gelbe Seiten und Das Örtliche …

... "WIPE" hat im Jahr 2004 den Deutschen VerzeichnismedienPreis vom VDAV in Gold gewonnen.

Aber das ist ein anderes evtl. späteres Thema.

Kommentare

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  • Skywalker53 (Donnerstag, 16. Januar 2020 12:41)

    schön dass es dafür mal eine Seite und nicht nur irgendwelche Artikel gibt. Das Thema ist gerade auch hinsichtlich Klimabilanz nicht ohne, mach weiter!

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